Afrika
Geschichte
Es ist nicht bekannt, wann die ersten Xylophone nach Afrika kamen, es war aber sicher lange vor dem 14. Jahrhundert. Historische Quellen erwähnen Mitte des 14. Jahrhunderts Xylophone im heutigen Mali (am Niger). Im 16. Jahrhundert berichteten portugiesische Missionare aus Äthiopien von hoch entwickelten Xylophonen mit Kürbis-Kalebassen als Resonanzkörper und Mirliton für schnarrende Resonanzgeräusche. Auch der portugiesische Missionar Dos Santos berichtete aus der Gegend von Mozambique von einem Xylophon namens ambira, welches die erwähnten Eigenheiten aufwies.
Gegenwart
Xylophone sind in Afrika weit verbreitet, aber nicht überall anzutreffen. Verstärkt sind sie an der Westküste und an der Ostküste (Angola, Mozambique) zu finden. Xylophone gelten als afrikanische Instrumente schlechthin, wohl deshalb, weil auf ihnen das afrikanische Rhythmusempfinden auf ideale Weise zum Ausdruck gebracht weden kann.
Die Vielfalt an verschiedenen Formen und Typen unterstreicht die Bedeutung, die Xylophone seit jeher auf diesem Kontinent gespielt haben. Man unterscheidet zwei Hauptarten: Xylophone mit freien Klangstäben – die Klangstäbe sind unabhängig voneinander aufgereiht; und Xylophone mit festen Klangstäben – die Klangstäbe sind fest aneinander gebunden.
Einfachste Formen sind Schenkel- und Erdgrubenxylophone. Schenkelxylophone bestehen aus mehreren Klangstäben, die quer über die Schenkel gelegt und angeschlagen werden. Der Raum unter den Schenkeln dient als Resonanzraum. Bei Erdgrubenxylophonen werden Klangstäbe auf zusammengerollten Bananenblättern über eine Erdgrube gelegt, wobei die Erdgrube als Resonanzraum fungiert.
Von großer Bedeutung sind auch die Holmxylophone, bei denen die Klangstäbe auf zwei Balken liegen. Die Klangstäbe, zwischen 12 und 22 cm lang, werden in der Regel von langen Holzstiften in Position gehalten, weil sie sich sonst beim Spielen verschieben würden. In Uganda sind solche Instrumente unter dem Namen amadinda verbreitet. Größere Instrumente, die am Königshof gespielt wurden, nannte man auch akadinda.
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